Fake-News

„Fake-News“ ist eine neue Weihnachtsgeschichte von mir aus dem Jahre 2025. Sie nimmt Bezug auf einen Zeitungsbericht vom Münchner Merkur vom 19.12.2025 mit dem Titel

Woher stammt Jesus wirklich?

Hanse und Seppe, die Weihnachtsexperten, diskutieren in bekannter humorvoller, siebengscheiter Art über Glaubens-Klischees aus dem Evangelium

Was sind Fake-News?

Fake-News passt überhaupt net zu uns. Erstens san mir Bayern, und als Bayern nutzen wir unsere eigene Sprache, net so a ausländisches Kauderwelsch. Fake-News. I kenn bloß Fagge, also miassat sich des um a Sauerei handeln. Aber nix da. Du schreibst ja Fagge mit zwo g, des Wort hier hat aber ein k, wie bei einem Haken. Ja , des würde aber passen, denn a Haken hängt da schon dran. Fake – ich hab gegoogelt – a wieder so a scheiß Ausdruck – googeln: Fake – also des is Englisch und heißt so viel wie Schwindel; Fälschung. Und News – des hört man jeden Tag im Fernseher: News, des sind die Nachrichten. Alleine wenn man die Nachrichten hört, do graust dir schon, was heute in der Welt alles passiert. Da kann man sich leicht vorstellen, was Fake News jetzt heißen könnte.

Da Seppi und da Hansei, unsere zwei Weihnachtenexperten, haben sich mit diesem Thema auch auseinandergesetzt und auch gegoogelt, und dann haben sie gefunden, dass …. Fake News (auch Fakenews;[1] englisch fake news [ˈfɛɪ̯kˌnjuːz])[2] sind absichtlich falsche oder irreführende Informationen, die oft in Form von Nachrichten verbreitet werden. Sie werden gezielt erstellt, um die öffentliche Meinung zu manipulieren, Fehlinformationen zu verbreiten oder bestimmte politische, soziale oder wirtschaftliche Ziele zu verfolgen. Fake News können in Form von Artikeln, Bildern, Videos oder Social-Media-Beiträgen auftreten und sind oft schwer von echten Nachrichten zu unterscheiden. ……  (https://de.wikipedia.org/wiki/Fake_News)

Da Hansi sagt zum Seppi: „Wir unterhalten uns immer über Weihnachten, wo des herkommt, wann des eigentlich is, was des mim Christbaam und de Heiligen 3 Könige auf sich hat. Und do samma oiwei auf komische Ergebnisse kommen. Aber weil ma des immer scho so hören, glauben ma des einfach.“

Und da Hanse fügt hinzu: „Ja klar, und des is oiwei de schönste Zeit im Jahr.“

„Aber ehrlich“ meinte der Seppe, „dass do a Ochs und a Esel auf des Christkindl aufpasst ham?“

„Ja vielleicht, woass mas? Vielleicht hot da Ochs Hunger kriagt und hot gmoant, i möchat jetz wos zum Essen, a Fressen, sogt ma bei de Viecher, vielleicht irgend a“ –  da Hanse machte den Ochs nach – „Muuuu- s, und dann hot da Esel gsagt ‚I-aaa‘“

„Jetzt kimmst aber in Schmarrn eine.“ War die Reaktion vom Seppe.“ Woasst wos, i hob vor a paar Tag in a Zeitung glesen, dass nirgends in de Evangelien wos von Ochs und Esel gstanden is. Ja im Alten Testament vielleicht scho. So, dass da Ochs sein Stoi kennt und seinen Bauern kennt, und dass da Esel a Krippn gseng hot. Oder irgendwie so. Und wenn des scho im Alten Testament drin steht, dann könnt ma des wichtig macha, dass übern  Jesus scho im Alten Testament gschriebn war. Des is wia wenn über an Fußballstar in de Zeitungen steht, dass er scho mit 5 Johr so guat war, dass er amoi a Weltstar sein wird. Aiso, da Esel und der Ochs warn damals scho wichtig.“

„Du monst, dass de Fuassballer Ochsn und Esel san?“ wollte da Hanse wissen

„Na“, blockte Seppe ab, „wos Du wieder versteh möchst. Obwohl, man sagt wirklich oiwei, dass Da Torwart und da Linksaußen an Becker ham, aiso, net ganz richtig ticken“

„Du möchst damit sagn, dass mei Opa a Depp is.“ Do hot er den Hanse an der Ehre gepackt. „ Der war nämlich a Torwart!!“

„A du wieder!“ – Da Seppe dozierte weiter: „Ochs und Esel warn bekannt, Des ham de Leit glaubt und gwusst. Und dass des Christkindl aa wichtig wird, hams einfach zur Kindlgschicht an Ochs und Esel dazua erfunden. D’Leit austrickst und für blöd verkaaft, weil de ja sowieso ois glaubn.“

„Wer“, fragte jetzt der Hanse, „ wer hot de Leit austrickst?

„Na da Markus, da Matthäus, da Johannes und der Lukas hoit, de vier Evangelisten. Host vo dene no nix ghört?“

„Ja, vom Matthäus scho“ sagte der Hanse, „do samma wieder beim Fuassboi, der verzapft aa oiwei so an Blödsinn“

Seppe schüttelte den Kopf. „Glaabst as , mit dir konn ma net gscheid redn oder diskutiern. Aiso, da Markus und da Johannes ham von da Kindheit vom Jesus gor nix gschriebn,  und da Markus und da Lukas san do eher gmoant.“

„Wia geht’s jetz weider?“ Da Hanse zeigte jetzt wirkliches Interesse.

„Ja, da Ochs und der Esel warn oiso in am Stoi, und da Jesus in a Futterkrippn“

„Und gibt’s do Beweise? Oder is des wieder glogn, a Fake hoit?“ Da Hanse fing schon selber zum Zweifeln an

„Dass des Christkindl in a Krippn glegen is…“ fragte da Seppe nach.

„Genau, bei unserm Kripperl dahoam hamma an schöna Futtertrog, wo Stroh drin is, und drauf liegt a halbnackerts Baby. Heizutag derfats soichane Beidl eh nimmer zoagn, weil des waar scho fast Kinderporno.“

Da erinnerte sich auch der Seppe an frühere Zeiten. „Ja genau, mei Papa hot aa von mir Babyfotos ghabt, ohne Windeln, de hot er jetz versteckt, net dass irgendjemand findt und eam dann no ozoagt“ –

„Schmarrn, bleim ma beim Stoi und da Krippn“ – Da Hanse übernahm jetz die Gesprächsführung. „In da Herbergssuche hoassts, dass nirgends a Quartier gfunden hom, und dann sans in am Stoi glandt, eben mit Ochs und Esel und a Krippn.“

„Ochs und Esel san Fake.“ Da Seppe war da knallhart. „Warum ham de eigentlich a Quartier suacha miassn. Da Josef hot doch in Nazareth a Werkstatt ghabt, und do is er aa dahoam gwen. Do brauchans koa Quartier suacha“

Jetz hot da Hanse gmoant, jetz hot er an Seppe. „Jetz bist aber du foisch abbong. De warn doch in Bethlehem, wias Christkindl auf d’Welt kemma is. Und do hams nix ghabt.“

„Sixt as,“ Da Seppe ließ sich nicht stoppen. „Und des steht in da Zeitung, dass koane von de Experten des glaabt. De Theologen moanan, de warn in Nazareth. .

„Warum nachad Bethlehem? Des versteht ja koa Sau.“ Da Hanse wurde deutlich

Da Seppe versuchte es zu erklären: „Bethlehem is ja 150 Kilometer entfernt. Heitzutag fahrst in zwoa Stunden da hin. Damals war des ja a halberte Weltreise“

„Und a Auto und an Bus hots do aa no net gebn“

„Jetz kimmt wieder der Fake.“ Da Seppe nahm wieder Bezug auf den Zeitungsbericht. „ Aiso, in Bethlehem, do war da große Kine, da David, auf d’Welt kemma. Und der hot oiwei vom Messias gsprochaam. Damit jetz de Gschicht glaubhaft wird, hot da Messias, aiso des Jesuskind, natürlich aa in Bethlehem auf d’Welt kemma miassn.“

„Und jeder hot des glaubt? Glaubt des immer no?“, da Hanse fing wieder zum Nachdenken an

„Des mit dem Schwindel geht ja no weida. Warum glaubst, dass Josef und Maria jetz agrat auf Bethlehem zogn san?“

Da Hanse musste nicht lang nachdenken „Ja des host ja scho gsagt, wegam König David hoid“

„Foisch. De ham jetz natürlich irgendwas finden miassn, dass de Leit net sagn, ja spinnts ihr jetz total.“

„Worum sans denn nach Bethlehem ganga?“ fragte Hanse

„Wegen da Steuerschätzung, angeblich“, meinte Seppe.

„Steuerschätzung? Ham de scho Steiern zoin miassn?“ wollte Hanse wissen.

„Steuern ham de Großkopferten immer schon von de oafachen Leit einkassiert. des klingt doch vernünftig und schlüssig: Steuerschätzung von dort, wos ursprünglich herkommen, Maria kriagt a Baby. Krankenhaus hots no net gebn, oiso Herbergssuche, zum Deife ghaut worn, in am Stoi Unterschlupf gfundn, do warn a Ochs und a Esel, dann san aa no Hirten net weid gwen – passt doch ois.

„Wers glaubt, wird selig“

„Und do samma jetz wieder bei der Krippn.“ Für Seppe schloss sich  damit der Kreis. „Wenns jetzat dort gwesn is, dann muass ma wissen, – a Theologieprofessor aus Aachen hat des gsagt, dass in de Haiser dort an großen Wohnraum gebn hot, und danebn war no a Gästezimmer. De Menschen lebten mit den Tieren zsamm, und dann gibt’s dort hoid aa a Futterkrippn, a ruhiger Plotz, wenn des Kindl schlafen glegt worn is.“

„Jetz glaab i aber, schee langsam bist as du, der an Schmarrn erzählt, des passt ja ois nimmer zsamm“ Da Hanse wurde deutlich

„Jetz gibt’s no was, was net zsamm passt“

„Was nachad?“ Ungläubig schaute Hanse zum Seppe hin.

„Der sogenannte Stern von Bethlehem, woasst scho der Komet mit dem Schwoaf“

„Warum, der schaut doch super aus“. Hanse verstand nicht, was dabei das Problem waar.

„Fakenews.- Frag amoi an echten Astronom, der wird da sogn, dass sowas in der Größe unmöglich is.“

„Des woass ma doch jetz nimmer, was damois war. Oder gibt’s Fotos davon?

„Vielleicht war hoit de Situation a so, dass mehrere Planeten, z.B. da Jupiter, da Saturn und der Mars, so nah beiananda gstandn san, dass am Himme ois wia oa oanziger Stern ausgschaut hot.“

„Ja warum jetz ned? A bsonderes Event hot hoit aa a bsondere Kulisse.“

„Du glaabst aa ois“

„Wenn i mei liabsten Gschichten aus der Bibel nimmer glauben derf, was soll i dann überhaupt no glauben? San des ganzen Evangelien Fake-News?“